Sicheres Krankenhaus

 
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English
 

Description:

Das Sichere Krankenhaus
Pflegende sehen sich in ihrem beruflichen Alltag hohen Anforderungen und Belastungen ausgesetzt. Die Umsetzung der Arbeitsschutzvorschriften sowie ein wirksamer Gesundheitsschutz für die Beschäftigten sind in Kliniken und anderen Einrichtungen des Gesundheitsdienstes aufgrund dessen von besonderer Bedeutung.

Daher wurde vor einigen Jahren in einem Kooperationsprojekt zwischen der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) und der Unfallkasse Nordrhein-Westfalen (UK NRW) mit der Entwicklung eines speziellen Präventionsinstrumentes für Kliniken und artverwandter Betriebsarten begonnen.

Mit dem Fachportal „Sicheres Krankenhaus“ soll das Regelwerk für alle Akteure des Arbeitsschutzes in den Einrichtungen des Gesundheitsdienstes transparenter und praxisbezogener dargestellt werden. Ziel ist es, alle relevanten Arbeitsbereiche einer realen Klinik abzubilden und damit Krankenhäusern und verwandten Betriebsarten ein zuverlässiges, aktuelles und fundiertes Informationsportal zum Arbeits- und Gesundheitsschutz zu bieten. Hierdurch soll der Vollzug der Arbeitsschutzvorschriften gefördert und das Arbeitsschutzniveau in den Mitgliedsbetrieben der beteiligten Unfallversicherungsträger angehoben werden.

Das Portal „Sicheres Krankenhaus“ richtet sich aber nicht nur an Führungskräfte und Arbeitsschutzexperten. Auch die Beschäftigten selbst haben damit die Möglichkeit sich über die mit ihren konkreten Tätigkeiten verbunden Gefährdungen zu informieren. Wichtiger aber noch ist, dass auch wirksame und geeignete Schutzmaßnahmen praxisgerecht und leicht verständlich vermittelt werden. So kann jeder Beschäftigte selbst auf der Grundlage solider Informationen einen Beitrag zur Verbesserung der Sicherheit und des Gesundheitsschutzes in seinem Arbeitsbereich leisten.


Der Zugang zu den Informationen erfolgt virtuell über die räumlichen Strukturen (Arbeitsbereiche) des „Sicheren Krankenhauses“, die als dreidimensionale Panoramen dargestellt werden. Der Nutzer bewegt sich innerhalb dieser Räumlichkeiten und kann einzelne Arbeitsmittel oder Tätigkeiten aus der graphischen Benutzeroberfläche und aus Menüs direkt anwählen. Dies erleichtert das Auffinden der gewünschten Informationen erheblich, da sie nicht nach Rechtsgebieten oder Arbeitsschutzthemen sortiert sind, sondern direkt den Arbeitsbereichen, Tätigkeiten und Arbeitsmitteln zugeordnet werden. Innerhalb dieser Themenbereiche werden alle Anforderungen, etwa an konkrete Tätigkeiten, gebündelt und im Zusammenhang dargestellt.
Die Anforderungen an die Arbeitsmittel und Tätigkeiten aus Sicht des Arbeits- und Gesundheitsschutzes werden übersichtlich und verständlich dargestellt. Die Inhalte werden zusätzlich durch Medien wie Bilder, Filme und Grafiken veranschaulicht.
Die einheitliche und systematische Struktur der Inhalte ermöglicht den Benutzern einen schnellen Zugriff auf die bereitgestellten Themen. Jeder Menüeintrag ist in einen allgemeinen Teil („Informationen“), zusätzliche Erläuterungen („Weitere Hinweise“) und Quellen zur Vertiefung des Themas, sowie Rechtsgrundlagen („Quellen“) gegliedert. Dadurch ergibt sich eine hierarchische Informationsstruktur vom Allgemeinen zum Speziellen. Somit kann jeder Benutzer die gewünschte Detailtiefe selber bestimmen.
Um die größte Berufsgruppe in Kliniken – die Pflegenden - von Beginn an anzusprechen wurde als erster Arbeitsbereich das Patientenzimmer entwickelt. Im Patientenzimmer findet der Benutzer die Anforderung an die bauliche- und technische Gestaltung dieses Arbeitsbereiches, vor allem aber Hinweise zu Gefährdungen und Schutzmaßnahmen für die typischen Tätigkeiten am Pflegebett. Das Spektrum erstreckt sich dabei von der Bettenaufbereitung über Transfer und Lagerung von Patienten bis hin zu Blutentnahme. Unter dem Menüpunkt „Zugehörige Themen“ findet der Benutzer zudem, Informationen zur allgemeinen Themen wie beispielsweise Arbeitskleidung, Persönliche Schutzausrüstung, Medizinprodukte und Unterweisung.
Als nächstes wurde die Verwaltung des virtuellen Krankenhauses gestaltet, um die Bedeutung der Arbeitssicherheit und des Gesundheitsschutzes als zentrale Führungsaufgabe beschreiben zu können. Folglich liegt der Schwerpunkt in der Verwaltung bei genau diesen Führungsaufgaben, die hier in einem eigenen Hauptmenüpunkt dargestellt werden.
Thematisiert wird insbesondere die Arbeitsschutzorganisation in Kliniken, wobei die Inhalte auch auf andere Betriebsarten übertragbar sind. Unternehmensleitungen und Führungskräfte können sich hier über die sich aus den Arbeitsschutzvorschriften für sie ergebenden Pflichten informieren. Sie bekommen aber gleichzeitig auch Hinweise, wie die Anforderungen sinnvoll und zielführend erfüllt werden können. Dabei werden alle Bausteine einer modernen Arbeitsschutzorganisation - angefangen beim Thema Verantwortung und Aufgabenübertragung über die Organisation und Durchführung der Gefährdungsbeurteilung bis hin zu Erste Hilfe und Notfallmaßnahmen – systematisch und umfassend behandelt.
Kliniken sind komplexe Gebilde mit zahlreichen speziellen Arbeitsbereichen, in denen wiederum sehr spezifische Gefährdungen wirksam werden. Ziel ist daher, alle relevanten Arbeitsbereiche einer typischen Klinik nach und nach im sicheren Krankenhaus abzubilden. Bis jetzt könnten als weitere Arbeitsbereiche der OP und die Apotheke realisiert werden. Im OP gibt es für die Beschäftigten besondere Gefährdungen, etwa durch den Umgang mit benutzten Skalpellen und weiteren Instrumenten oder der Exposition gegenüber den Narkosegasen. In der Apotheke wiederum ist der sichere Umgang mit Medikamenten, insbesondere mit cmr-Arzneistoffen, von besonderer Bedeutung. Aufgrund ihrer häufigen Anwendung wird insbesondere die sichere Handhabung von Zytostatika ausführlich beschrieben. Mit jedem neuen Arbeitsbereich wird somit das Spektrum der im „Sicheren Krankenhaus“ behandelten speziellen Gefährdungsfaktoren erweitert und vervollständigt. Als nächster Arbeitsbereich wird die Notfall-Ambulanz im „Sicheren Krankenhaus“ erscheinen.
In den Bereichen Rettungswache und Feuerwehr werden Rettungskräfte über Aspekte der Arbeitssicherheit und des Gesundheitsschutzes bei ihrer Arbeit informiert. Dazu gehören beispielsweise das sichere Fahren der Einsatzfahrzeuge, der Umgang mit Patienten unter Einsatzbedingungen, sowie bauliche Aspekte der Feuer- bzw. Rettungswache.
Aber nicht nur das medizinische Personal in Kliniken ist Gefährdungen und Belastungen ausgesetzt, auch Beschäftigte in der Hauswirtschaft, der Haustechnik , der Physiotherapie und anderer Service- und Funktionsbereiche sollen mit Informationen zu sicheren Arbeitsweisen in ihrem Tätigkeitsfeld versorgt werden.
Umgesetzt werden konnte dies bislang für die Bereiche Küche und Gebäudereinigung. In der Küche stehen insbesondere der Umgang mit den typischen Küchenmaschinen und Kochgeräten, aber auch die spezielle Ergonomie in Küchen sowie Lärm im Spülbereich, im Vordergrund. Bei der Gebäudereinigung sind wesentliche Gefährdungen der Umgang mit reizenden oder ätzenden Gefahrstoffen sowie die hautbelastende Feuchtarbeit. Im Zusammenhang mit diesen beiden Arbeitsbereichen ist insbesondere die Unterstützung und Mitwirkung weiterer Unfallversicherungsträger wie der Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe (BGN), sowie der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG BAU) erwähnenswert. Sie ist ein gutes Beispiel für konstruktive Zusammenarbeit innerhalb der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) und die Bündelung von Expertenwissen aus unterschiedlichen Organisationen in einem Internetportal.
Zahlreiche Aspekte der Arbeitssicherheit und des Gesundheitsschutzes betreffen in ähnlicher Weise mehrere Arbeitsbereiche. Beispiele dafür sind etwa die Themen „Elektrische Einrichtungen“, „Arbeitszeit“ oder „Brandschutz in Krankenhäusern und Pflegeheimen“. Um Wiederholungen zu vermeiden wurden diese Inhalte an einer zentralen Stelle - als Bereichsübergreifenden Themen (BüT) - zusammengefasst. Wird in den Arbeitsbereichen ein entsprechender Menüpunkt aufgerufen, wird direkt zu dem Übersichtsartikel in den Bereichsübergreifenden Themen verlinkt. In den Arbeitsbereichen selbst, werden nur noch bereichsspezifische Anforderungen beschrieben. Dies hat den Vorteil, dass die Artikel in den einzelnen Arbeitsbereichen übersichtlich bleiben und spezifische Anforderungen leichter gefunden werden, andererseits aber auch Grundlagen und weitergehende Informationen zugänglich bleiben. Die Bereichsübergreifenden Themen können mit einem alphabetischen Inhaltsverzeichnis auch direkt von der Startseite des Sicheren Krankenhauses aufgerufen werden.
Um die Inhalte des Sicheren Krankenhauses auch offline verfügbar zu machen wurde eine PDF-Druckfunktion installiert. Mit Hilfe dieser Funktion können einzelne Artikel oder ganze Artikelgruppen benutzerfreundlich ausgewählt und in einer PDF-Datei zusammengefasst werden. Diese verfügt über ein Inhaltsverzeichnis mit den ausgewählten Themen. Auf diese Weise ist es dem Anwender möglich, individuelle, den eigenen Anforderungen entsprechende digitale Arbeitsschutzbroschüren zu erstellen. Diese können etwa auch für Unterweisungen genutzt werden. Die Arbeitsbereiche werden nach und nach mit der PDF-Druckfunktion ausgestattet. Verfügbar ist diese bereits im Patientenzimmer, im OP sowie in der Verwaltung.
Über eine portalübergreifende Suchfunktion, können auch unabhängig von der vorgegebenen Informationsstruktur, Inhalte über Suchbegriffe gesucht und angezeigt werden. Ferner wurde den Artikeln im Sicheren Krankenhaus ein sogenannter Webcode zugeordnet, der auf jeder Inhaltsseite angezeigt wird. Über diesen Webcode kann der Artikel zitiert und jederzeit erneut aufgerufen werden.
Ergänzend zu den virtuellen Arbeitsräumen werden im Sicheren Krankenhaus auch Tools zu speziellen Arbeitsmitteln angeboten. In der Hilfsmitteldatenbank findet der Nutzer eine Übersicht über gängige Kleine und Technische Hilfsmittel für das Bewegen, Lagern und Transferieren von Patienten. Zahlreiche Filtermöglichkeiten erleichtern das Auffinden der geeigneten Hilfsmittel für die jeweilige Tätigkeit. Ferner kann bei der Suche die Arbeitslast der Hilfsmittel eingestellt werden, so dass nur noch Hilfsmittel angezeigt werden, die über die erforderliche Belastbarkeit verfügen. Die Hilfsmittel lassen sich sowohl nach Hilfsmitteltyp, als auch nach Tätigkeitsart sortiert darstellen.
Für die Praxis besonders interessant ist das Verzeichnis sicherer Produkte. Die Technische Regel für biologische Arbeitsstoffe (TRBA) 250 schreibt für zahlreiche Tätigkeiten im Gesundheitsdienst die Verwendung von sogenannten Sicherheitsgeräten (z. B. Kanülen oder Lanzetten mit Sicherheitsmechanismus) vor. Um Kliniken und anderen Einrichtungen des Gesundheitsdienstes eine Marktübersicht zu geben und die Auswahl geeigneter Sicherheitsgeräte zu erleichtern, wurde das „Verzeichnis sicherer Produkte“ im Rahmen des Branchenportals erstellt. Die darin gelisteten Produkte können nach verschiedenen Kriterien (z.B. Funktion, Produktname, Hersteller) gesucht und angezeigt werden. Um das Auffinden der gewünschten Produkte zu erleichtern sind die Instrumente nach Produktart (z. B. Butterfly) oder Verwendungszweck (z.B. Blutentnahme, venös), sortiert.
Erweitert wird das Informationsangebot des „Sicheren Krankenhauses“ durch eine Mediathek, in die ausgewählte Medien aus anderen Quellen aufgenommen wurden. Bei der Auswahl der Medien wird insbesondere die Relevanz für den Gesundheitsdienst, sowie die fachliche Eignung aus Sicht der Unfallversicherungsträger berücksichtigt. Der Vorteil für die Nutzer besteht darin, dass aus dem unüberschaubaren Angebot an Medien im Internet, eine Vorauswahl getroffen wird und diese Medien an einer zentralen Stelle abrufbar sind. Dabei sind die Medien strukturiert abgelegt und können sowohl nach Arbeitsbereichen als auch nach Themengebieten und Gefährdungsmerkmalen gefiltert werden. Ziel der Mediathek ist es, die für spezifische Fragestellungen relevanten und aussagefähigen Medien für die Nutzer schnell auffindbar zu machen und geeignete Medien aus verschiedenen Quellen, auf einer Internetseite zu bündeln. Aktuell befinden sich in der Mediathek neben Schriften, Arbeitshilfen, Videos und Plakaten auch Arbeitsschutz-Apps und Links zu weiteren Übersichtsseiten im Internet.

Target group:

Zielgruppen sind sowohl die Mitgliedsbetriebe der Unfallversicherungsträger (Unfallkassen, Berufsgenossenschaften) in Deutschland im Bereich des Gesundheitsdienstes, des Rettungsdienstes und der Feuerwehr. Darüber hinaus richtet sich das Portal aber auch an Interessierte aus den genannten Branchen, wie z. B. Fachkräfte für Arbeitssicherheit, Betriebsärzte, Personal- und Mitarbeitervertreter, Fachplaner, Führungskräfte aber auch die Beschäftigten selbst.
Nicht zuletzt werden durch die Verwendung moderner Medien insbesondere Berufsanfänger und Auszubildende durch das Sichere Krankenhaus angesprochen und für Themen der Arbeitssicherheit und des Gesundheitsschutzes sensibilisiert.

Subject matter:

Mit dem Fachportal www.sicheres-krankenhaus.de soll das Regelwerk des Arbeitsschutzes für die Akteure in den Einrichtungen des Gesundheitsdienstes transparenter und praxisbezogener dargestellt werden. Hierdurch wird die Umsetzung der Regelungsinhalte gefördert und das Arbeitsschutzniveau in den Mitgliedsbetrieben angehoben.

Background:

Aufgrund der Komplexität der Betriebsart Krankenhaus ist eine Vielzahl von Rechtsnormen und ein umfangreiches, nahezu unüberschaubares, Technisches Regelwerk bei der Errichtung und beim Betrieb der Einrichtungen zu beachten. Mit dem interaktiven Fachportal www.sicheres-krankenhaus.de ist ein Kompendium dieser gesetzlichen Grundlagen und Regelwerke geschaffen worden. Die bereits zu unterschiedlichen Themenbereichen vorhandenen Produkte der Unfallkassen und Berufsgenossenschaften werden effektiv gebündelt und unterstützen die Mitgliedsbetriebe bei der Erfüllung ihrer Pflichten im Arbeits- und Gesundheitsschutz.

Publisher:

Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung e.V. (DGUV)

Address:


Glinkastraße 40
10117 Berlin
Deutschland

Telephone:

+4922137725206

E-mail:

engelbert.drerup@bgw-online.de

URL:

www.dguv.de

Production:

rend Medien Service GmbH

Address:


Bahnofstrasse 1c
41747 Viersen
Deutschland

Telephone:

+492162914002

E-mail:

office@rend.de

URL:

www.rend.de